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3. klasse bildergeschichte
Die Kinder werden älter, bemerkte Durotan. Aber diese neue Attacke auf den Sonnenschild war vielleicht mehr als bloße Panikmache, sagte Wahram. Wäre sie erfolgreich gewesen, dann hätte sie einer Menge Menschen das Leben gekostet. Jetzt lösen – ohne Lexikon – In der kleinen Station gab es keinen Ort, an den man sich zurückziehen konnte, um seine Ruhe zu haben, was Swan erst nach ihrem Abgang bewusst wurde. Sie musste dringend irgendwo durch die Landschaft rennen, um ihre Wut abzureagieren, und hier saß sie in einem Qube-Kubus, einem Kasten mit Zimmern, von denen nur einige wenige überhaupt Fenster hatten. Klaustrophobie lag bei ihr immer dicht unter der Oberfläche, und jetzt, mit ihrer Wut auf die beiden Männer und ihrem Kummer über Alex (und ihrer Wut darüber, dass Alex ihr etwas vorenthalten hatte, nur wegen Pauline), wurde sie von dem Gefühl des Eingeschlossenseins übermannt. Sie stampfte fluchend umher und stieg dann schließlich in den Kommandoturm hoch, zu einem Zimmer mit Aussichtsfenster, wo sie endlich die Tür zuknallen und für eine Weile mit den Fäusten auf den Tisch hämmern konnte. Ihre Rippe tat ihr dabei ziemlich weh, aber das war jetzt nur noch ein Teil der Gesamtmischung, des Stechens all der in ihr tobenden Gefühle. Es tat weh! Tja, vielleicht waren sie ja auch keine Theatervorstellung, sagte Genette stirnrunzelnd. Das müssen wir uns ansehen. Es gibt Berichte über mehrere ähnliche Vorfälle auf der Venus und auf dem Mars. Gerüchte über humanoide Qubes, die sich manchmal sonderbar verhalten. Inzwischen halten wir die Augen nach so etwas offen. Manche dieser Leute sind markiert, und ihre Bewegungen werden verfolgt. Was war darauf? Woher kommt das? Sie hatten eine ganze Reihe erfolgloser Versuche unternommen, den Stein auszubalancieren, der den Kamm der brechenden Welle bildete, und wie so oft, wenn sie mit Alex zusammen war, hatte Swan lachen müssen, bis sie Bauchschmerzen bekam. Heute konnte sie die Steinwelle ausmachen. Sie war noch immer dort draußen – von der Stadt aus gerade so zu sehen. Doch die Steine, die den Wellenkamm gebildet hatten, waren verschwunden. Vielleicht hatten die Vibrationen der vorbeifahrenden Stadt sie zu Fall gebracht oder einfach nur der Ansturm des Sonnenlichts. Oder sie waren heruntergefallen, als sie die Nachricht gehört hatten. Das Blut… Stammt es von Draenei? In jener Nacht, als sie auf ihren schmalen Aerogel-Matratzen unter ihren dünnen Decken im Tunnel schliefen, erwachte er und stellte fest, dass Swan umgezogen war und sich nun beim Schlafen mit ihrem Rücken an seinen drückte. Der daraus resultierende Oxytocin-Fluss tat seinen schmerzenden Hüften gut; das war eine Interpretationsmöglichkeit. Natürlich war der Drang, mit jemandem zusammen zu schlafen, die Freude daran, mit jemandem zusammen zu schlafen, nicht direkt mit Sex gleichzusetzen. Was ihn beruhigte. Ein Stück weiter hatten sich die drei jungen Wilden wie Kätzchen ineinandergekuschelt. Es war warm, oft zu warm im Tunnel, aber dicht am Boden wurde es kalt. Er hörte Swan ganz leise schnurren. Da waren wohl Katzengene im Spiel – davon hatte er schon gehört. Angeblich fühlte es sich gut an, ganz ähnlich wie Summen. Man empfand Vergnügen, schnurrte, fühlte sich besser; eine positive Feedback-Schleife, die erneut zu Vergnügen führte, das sichmit jedem Atemzug steigerte und klang wie das, was er bei ihr hörte. Eine andere Art von Musik. Gleichzeitig wusste er, dass kranke Katzen manchmal schnurrten, um sich für einen Moment Erleichterung zu verschaffen, oder sogar in der Hoffnung, zu gesunden, indem sie die Schleife in Gang setzten. Er hatte mit einer Katze zusammengewohnt, die gegen Ende ihres Lebens genau das getan hatte. Eine fünfzig Jahre alte Katze ist ein beeindruckendes Geschöpf. Der Verlust jenes uralten Eunuchen war eine von Wahrams ersten Verlusterfahrungen gewesen, weshalb er dessen Schnurren gegen Ende in besondersschmerzhafter Erinnerung hatte, der Klang eines Gefühls, das zu vielschichtig war, als dass er es in Worte hätte fassen können. Ein guter Freund von ihm war schnurrend gestorben, und nun ließ ihn Swans Schnurren besorgt erschauern. Draka setzte sich neben ihn. Sie fühlte sich noch immer unbehaglich in ihrem neuen, wachsenden Körper. Das Kind würde innerhalb der nächsten beiden Monde auf die Welt kommen; sie konnte schon seit einer ganzen Weile spüren, wie es sich bewegte und trat. Der Nachkomme von Draka und Durotan würde stark sein, daran hatte sie keinen Zweifel. Sie hoffte nur, dass sie ihn nicht allein großziehen müsste. Eis war nie weit entfernt, und als er sah, wie seine Meisterin Platz nahm, ließ er sich neben ihr auf den Boden sinken und bettete den Kopf auf seine Vorderpfoten. Dieses Schiffs? Also … wenn dieses Schiff sich zehnmal so schnell wie die Steinchen bewegen würde? Ich bin Durotan, Sohn von Garad, Sohn von Durkosh. Ich führe diesen Klan, und ich werdekeine Herausforderung unbeantwortet lassen. Aber ich werde niemanden töten, der mir entgegentritt. Also: Möchte noch jemand gegen mich kämpfen? Also war er bereits im Exil. Und auf der Erde gab es alle möglichen Bedingungen, damit man als Immigrant irgendwo leben durfte: Möglicherweise erfüllte er die nicht. Nach einer Weile wandte sie sich nach Süden, um zur nächsten Plattform zu gelangen, bevor die Stadt sich über den Horizont schob. Sobald sie über den niedrigen Rand des uralten Kraters Kenkˉo stieg, würde sie die Schienen Terminators sehen können, schwach schimmernd, im Tal zu ihren Füßen...